Reguläre Öffnungszeiten

Täglich 10–20 Uhr
(auch an Sonn- und Feiertagen)

 

AUSNAHMEN
An jedem dritten Mittwoch des Monats
ist die Ausstellung zur AfterworkKH bis
22 Uhr geöffnet: 20.3., 17.4., 15.5., 19.6., 17.7. und 18.9.2024

So finden Sie uns

 

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
(in den Fünf Höfen)
80333 München
T +49 (0)89 / 22 44 12
kontakt@kunsthalle-muc.de

Anfahrt

Erwin Olaf

Unheimlich schön
14.5.–26.9.2021

Über die Ausstellung

In den Niederlanden gehört der Fotograf Erwin Olaf (*1959) zu den berühmtesten Künstlern der Gegenwart. Nun widmet ihm die Kunsthalle München die erste große Retrospektive in Deutschland. Ausgewählte Fotografien, Videos, Skulpturen und Multimediainstallationen aus vierzig Schaffensjahren zeigen in loser Chronologie Olafs Entwicklung vom analog zum digital arbeitenden Künstler, vom rebellischen Foto-Journalisten der 1980er- zum raffinierten Geschichtenerzähler der 2000er-Jahre.

INSZENIERTE WELTEN

Erwin Olaf ist ein Meister der inszenierten Fotografie. Für die Verwirklichung seiner Serien arbeitet er unter anderem mit Bühnen- und Maskenbildner*innen zusammen. Er erschafft eigene Welten, die unserer Alltagswelt zum Verwechseln ähneln und dennoch Rätsel aufgeben. Hinter ihrer makellos-plakativen, aus Film- und Werbeindustrie entlehnten Ästhetik werden gesellschaftskritische Fragen nach Selbstbestimmung, Gleichberechtigung oder Demokratie verhandelt. Bewusst gestaltet Olaf die Erzählungen seiner Bilder bedeutungsoffen: Es bleibt den Betrachter*innen überlassen, sich den Anspielungen gegenüber zu öffnen und die Leerstellen mit eigenen Assoziationen und Interpretationen zu füllen.

ZWISCHEN POLITIK UND POESIE

Wie ein roter Faden zieht sich Olafs politisches und soziales Interesse durch sein gesamtes Œuvre. Bei seinem engagierten Einsatz für eine tolerantere Gesellschaft schreckt er vor keiner Kontroverse zurück. Besonders in seinem Frühwerk setzte er dabei auf das Mittel der Provokation. Auch in seinem aktuellen Schaffen bezieht er sich auf polarisierende gesellschaftliche Debatten, wie etwa über den Klimawandel, Flüchtlingskrisen oder die Covid-19-Pandemie. Seit den 2000er-Jahren schlägt der Künstler jedoch ruhigere Töne an und nimmt Gefühle und Stimmungen in den Fokus – wie etwa den Moment nach einer erschütternden Nachricht, in dem sich die Trauer Bahn bricht (Grief, 2007) oder den unbestimmten Schwebezustand des Wartens (Waiting, 2014).

VORBILD MALEREI

Bereits in seinem Frühwerk ließ sich Olaf von den Gemälden alter Meister, wie den Selbstbildnissen Rembrandts, inspirieren (Ladies Hats, 1985–2020). Auch bei seiner neuesten Serie Im Wald (2020), die er eigens für die Ausstellung in der Kunsthalle München in den bayerischen und österreichischen Alpen fotografierte, stand die Malerei Pate. Hier waren es vor allem Künstler des 19. Jahrhunderts, wie etwa der Romantiker Caspar David Friedrich, der Symbolist Arnold Böcklin oder der Münchner Malerfürst Franz von Lenbach, an denen er sich orientierte. Durch diese Anleihen sowie eine besonders ausgefeilte Lichtführung erlangen Olafs Fotografien bisweilen eine fast malerische Qualität.

ZWISCHEN FAKT UND FIKTION

Das Ausloten des Verhältnisses zwischen Fakten und Fiktionen ist bis heute ein wesentliches Merkmal von Olafs künstlerischem Schaffen. Seit Beginn der 2000er-Jahre nutzt er zu diesem Zweck auch die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung. So inszenierte er in seiner Serie Royal Blood (2000) seine Modelle als berühmte Unfall-, Anschlags- und Mordopfer der Weltgeschichte: von Sissi bis Prinzessin Diana. Es entstanden Bilder, die auf eindrückliche Weise die Möglichkeit visueller Manipulation offenlegen. Was erkennen wir und wie werden wir zu dieser Erkenntnis verleitet? Das ist eine Kernfrage von Olafs Schaffen, in dem er stets auch die Macht der Bilder in unserer Gesellschaft hinterfragt.

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Erwin Olaf
Palm Springs
The Family Visit, The Niece
2018
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Shanghai

Huai Hai 116, Still Life
2017
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Ladies Hats

Hennie
1985
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Ladies Hats

Jeremiah II
2020
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Royal Blood

Di, † 1997
2000
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Rain

The Ice-Cream Parlour
2004
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Grief

Irene Portrait
2007
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Palm Springs

The Kite, Double Portrait
2018
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Chessmen
Chessmen XXIV
1988
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Im Wald

Porträt III
2020
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Squares

Pearls
1986
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Squares

Joy
1985
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
April Fool 2020
11.30am
2020
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Palm Springs
The Family Visit, The Niece
2018
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Shanghai

Huai Hai 116, Still Life
2017
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Ladies Hats

Hennie
1985
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Ladies Hats

Jeremiah II
2020
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Royal Blood

Di, † 1997
2000
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Rain

The Ice-Cream Parlour
2004
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Grief

Irene Portrait
2007
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Palm Springs

The Kite, Double Portrait
2018
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Chessmen
Chessmen XXIV
1988
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Im Wald

Porträt III
2020
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Squares

Pearls
1986
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
Squares

Joy
1985
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf
April Fool 2020
11.30am
2020
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf – The Legacy

DOK.fest @Home Selection

Der preisgekrönte niederländische Fotograf Erwin Olaf stellt sich die großen Fragen des Lebens und künstlerischen Arbeitens. Ein sensibler Film über einen faszinierenden Künstler.

Wie auf Leben und Werk zurückblicken – und wie in die Zukunft? Was ist der Sinn? Was bleibt? Diese großen Fragen stellt sich der preisgekrönte niederländische Fotograf Erwin Olaf kurz vor seinem 60. Geburtstag. Es ist ein Wendepunkt seines Lebens: Eine Krankheit beeinträchtigt zunehmend seinen Alltag und seine Mutter liegt im Sterben. Gleichzeitig scheint der Fotograf sorgfältig komponierter, arrangierter und von der Malerei Rembrandts inspirierter Bilder nun auf dem Gipfel seiner Karriere zu stehen, etliche Ausstellungen sind in Planung, viele seiner Werke werden ins Amsterdamer Rijksmuseum transferiert. »Erwin Olaf – The Legacy« zeigt einen selbstkritischen und nachdenklichen Künstler und Menschen, der offen seine Gedanken und Gefühle teilt, rau und zart und nahbar.

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Making of »Im Wald«

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Digitaler Rundgang

durch die Ausstellung

Erleben Sie die Ausstellung »Erwin Olaf. Unheimlich schön« multimedial und in 360°!

Klicken Sie auf Ausstellungsstücke und Saaltexte für Hintergrundinformationen, Detailfotografien und Videos. Bewegen Sie sich mithilfe der Pfeile durch die Ausstellung. Nutzen Sie den Grundriss unten rechts zur schnellen Orientierung.
Wir wünschen Ihnen ein spannendes digitales Ausstellungserlebnis.

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Ebenfalls im Rundgang enthalten ist die Audio-Tour zur Ausstellung. Diese ist auch außerhalb des Rundgangs hier abrufbar.

Die Ausstellung enthält einige Aktdarstellungen. Vor allem im zweiten Saal hängen Fotografien, die Kinder verstören könnten.

Digitalisierung und technische Umsetzung: Michael Naumann

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Audio-Tour

mit Hintergrundinformationen zu ausgewählten Werken des Künstlers

Katalog

Erwin Olaf. Unheimlich schön

Herausgegeben von Roger Diederen und Anja Huber.
Hatje Cantz Verlag, 240 Seiten mit 300 Abbildungen in Farbe, 24 x 30 cm, Hardcover.
In der Kunsthalle vergriffen.

Dieser Band versammelt Abbildungen der wichtigsten Fotografien, Videos und Skulpturen aus allen Schaffensjahren des Künstlers und erscheint anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Kunsthalle München. Mit Reproduktionen der neuesten fotografischen Werke sowie einem Interview und aufschlussreichen Texten gewährt der Katalog den bislang umfassendsten Einblick in Erwin Olafs Schaffen.

Mit Beiträgen von Daniel Hornuff, Anja Huber, Claudia Peppel, Franziska Stöhr und Estelle Vallender.

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