Vorträge

Begleitend zur Ausstellung »In einem neuen Licht. Kanada und der Impressionismus«

Der Eintritt ist frei, keine Anmeldung erforderlich.

Bitte beachten Sie die unten stehenden Ortsangaben.

»Natur pur? Die Erfindung der kanadischen Landschaftsmalerei«

Mittwoch, 24. Juli 2019, 19:00 Uhr

Elisabeth Otto, Université de Montréal

 

Wälder und Seen, unendliche Weiten und vor allem eine unberührte Natur prägen die Vorstellung von Kanada bis heute. Dabei geht die Idee von einer naturbelassenen, ursprünglichen Landschaft auf eine romantische Idee des 19. Jahrhunderts zurück, die in der Folge indentitätsstiftend wirken sollte. Natur und Nation sind spätestens seit der Gründung des Nationalstaates Kanada (1867) untrennbar miteinander verbunden, was sich vor allem in der Landschaftsmalerei des 19. und 20. Jahrhunderts widerspiegelt. Dieser Vortrag stellt die Entwicklung von Kanadas Landschaftsmalerei von Beginn des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts schlaglichtartig dar und stellt Kanadische Kunstgeschichte aus einer internationalen Perspektive vor. Daneben werden Fragen zu Geschlechterrollen, gesellschaftlichem Kontext und Kanadas kolonialem Erbe eingehender verhandelt.

 

Vortragssaal Amerikahaus, Barer Straße 19a

»Dr. Max Stern and Canadian art: An engagement generated by exile« (Vortrag in englischer Sprache)

Mittwoch, 18. September 2019, 18:15 Uhr

Prof. Dr. Catherine MacKenzie, Stern Cooperation Project

 

Forced from his profession as an art dealer and gallery owner by the National Socialists in Germany and then by British government actions against enemy aliens, Dr. Max Stern rapidly achieved prominence in Canada after his 1942 release from an internment camp.  His subsequent self-fashioning as the first organizer of a large  commercial exhibition of Emily Carr’s work and as an ardent proponent of living Canadian art through his Dominion Gallery in Montreal suggests a remarkable sense of adventure.  However, as this heavily illustrated talk will argue, the new (sometimes hesitant)  commitment to Canadian art actually had to struggle to find its place alongside a more abiding affection for various forms of European production. Occasionally these distinct enthusiasms came together,  as in the numerous paintings Stern sold and collected by  the European-based Canadian painter James Wilson Morrice,  but more often they co-existed awkwardly in Stern’s practice, in analogy to the oft-times unsettled condition of exile.

 

Eine Kooperationsveranstaltung des Zentralinstituts für Kunstgeschichte München und der Kunsthalle München.
Vortrag in englischer Sprache im Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Katharina-von-Bora-Straße 10

 

»Auf der Suche nach einer eigenen Kunst. Konstruktionen nationaler Identität in Kanada und Deutschland um 1900«

Mittwoch, 6. November 2019, 19:00 Uhr

Dr. Nerina Santorius, Kuratorin Kunsthalle München

 

Nur wenige Jahre liegen zwischen der Gründung der kanadischen Konföderation 1867 und der Gründung des Deutschen Reiches 1871. In beiden jungen Nationen wurde der Ruf nach einer eigenen Kunst laut, die zur Stiftung einer nationalen Identität beitragen sollte. Eine zentrale Rolle spielte dabei das Verhältnis der kanadischen bzw. deutschen Malerei zum französischen Impressionismus. Konnte man solche modernen Strömungen aufgreifen und gleichzeitig etwas Eigenes schaffen, das die Heimat repräsentierte? Als landestypische, dem Nation-Building dienende Motive wurden vor allem Landschaften wahrgenommen, sodass die Darstellung der Natur in den Fokus rückte. Der Vortrag beleuchtet, wie die Landschaftsmalerei die Debatten um eine nationale Identität in Kanada und Deutschland prägte.

 

Vortragssaal Amerikahaus, Barer Straße 19a

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