Pompeji

Leben auf dem Vulkan

15. November 2013 – 23. März 2014

Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung präsentierte in einer spektakulären Ausstellung die antiken Städte Pompeji und Herculaneum, die durch den Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. im Moment ihres Untergangs verewigt wurden. Rund 260 Exponate gaben einen umfassenden Einblick in das Leben an den Hängen des Vulkans. Originale Wandmalereien, Bronze- und Marmorskulpturen sowie Goldschmuck und Silbergeschirr ließen neben verschiedensten Alltagsgegenständen die Vesuvstätten wieder auferstehen. Berühmte Exponate, wie einer der bronzenen Läufer aus Herculaneum, standen neben neu entdeckten Objekten der vergangenen Jahre. Hierzu zählte auch eine 24 Meter lange Mosaik-Brunnenwand aus einem Nymphäum im Ort Massa Lubrense, gelegen an der Südspitze des Golfs von Neapel. Die Hälfte dieses prächtigen Mosaikensembles wurde anlässlich der Ausstellung restauriert und erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Katastrophe

Im Mittelpunkt der Schau standen der Mensch und sein Leben im Schatten des Vesuvs, das seit jeher bestimmt ist von der Gefahr der drohenden Naturkatastrophen wie Erdbeben und Vulkanausbrüche. Dennoch entstand hier eine faszinierende Kulturlandschaft, die von der Vorgeschichte über die römische Zeit bis heute prosperiert. Die fruchtbaren Hänge des Berges ließen die Menschen immer wieder zurückkehren. Der verheerende Vesuvausbruch im Jahr 79 n. Chr. löschte binnen kürzester Zeit das Leben in Pompeji und in den umliegenden Orten wie Herculaneum und Stabiae aus. Er begrub diese komplett unter meterhohen Schichten aus Asche und Bimsstein. Ein vergleichbar dramatisches Schicksal ereilte das bronzezeitliche Dorf von Nola bereits 1900 v. Chr. Beide Ereignisse stehen in einer langen Reihe immer wiederkehrender Naturkatastrophen. Für die Nachwelt wurde so ein unermesslicher Schatz bewahrt. Das Spektrum der Exponate erstreckt sich von dem komplett erhaltenen Inventar einer bronzezeitlichen Hütte bis hin zur prachtvollen Ausstattung eines pompejanischen Stadtanwesens, dem sogenannten Haus des Menander.

Wiederentdeckung und Antikenrezeption

Abschließend zeigte die Ausstellung, wie der erstaunliche Erhaltungszustand der Vesuvstädte die Zeitgenossen im 18. und 19. Jahrhundert faszinierte. Die Wiederentdeckung löste einen neuen Höhepunkt der Antikenbegeisterung nördlich der Alpen aus. Wie kaum eine andere Persönlichkeit prägte Johann Joachim Winckelmann (1717–1768), Zeuge dieser frühen Ausgrabungen, die Rezeption der Antike. Seine Schriften markieren den Beginn der Archäologie als moderne Wissenschaft und beeinflussten wesentlich den Geist des Klassizismus. Dieser Nachhall ist noch heute im Gartenreich Dessau-Wörlitz und im Pompejanum von Aschaffenburg zu erleben. Ihre jeweiligen Erbauer, Fürst Franz von Anhalt-Dessau (1740–1817) und Ludwig I. (1786–1868), König von Bayern, erschufen sie nach ihrer Rückkehr aus Italien und verliehen damit ihrer Begeisterung für die römische Kunst und Kultur Ausdruck.

GEWINNER DES GLOBAL FINE ART AWARDS IN DER KATEGORIE »ANTIKE KUNST« 2014

Diese Ausstellung wurde organisiert vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte – in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung.

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