Markus Lüpertz

11. Juli – 14. September 1997

ÜBER MARKUS LÜPERTZ

Markus Lüpertz gehört zu den wichtigsten Künstlern seiner Generation, da er sowohl der Malerei wie der Skulptur seit 1960 neue Wege gewiesen hat. Unter dem Leitwort “dithyrambisch”, das er den Dichtungen Friedrich Nietzsches entnommen hat, schuf er in Berlin eine kraftvolle Bildwelt, die Alltagsgegenstände zu archaischer Kraft und Präsenz steigerte. Als die Aufbruchstimmung der sechziger Jahre verflogen war, widmete er sich einer neuen Werkphase der “Stil”-Malerei, die in intensiven Untersuchungen der bildnerischen Mittel auf die selbstbezogene, konzeptuelle Phase der Kunst der siebziger Jahre antwortete. Als die Malerei von der jüngeren Generation um 1980 als direktes Ausdrucksmittel von Selbsterforschung und Zeitgefühl erneut entdeckt wurde, wandte sich Lüpertz der Tradition zu, die er im Kubismus bei Poussin, Corot oder in antikischen Motiven fand. 

Damals entstanden die ersten Skulpturen, die sein Werk bis heute kontinuierlich begleiten. Der letzte große Werkabschnitt seit 1990 galt dem Thema “Männer ohne Frauen – Parsifal”. In überraschenden und ausdrucksstarken Variationen von Männerköpfen entwickelte Lüpertz eine strenge neue Grammatik der Malerei. 

DIE AUSSTELLUNG

Mit 50 Bildern, 6 Skulpturen und über 70 Zeichnungen zeigte die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung eine Retrospektive des Werkes von 1964 bis heute. 

Die stetig fließende Inspiration und die Geistesgegenwart des Künstlers in seiner Epoche wurden eindrucksvoll demonstriert. 

Auch wenn die Malerei von den modernen Medien immer mehr bedrängt zu werden scheint, beweist das Werk von Markus Lüpertz ihre ungebrochene Fähigkeit, etwas über die Situation des Menschen in seiner Geschichte auszusagen, das unter der Oberfläche der Erscheinungen die grundlegenden Konflikte und Widersprüche sichtbar macht und zugleich überbrückt.

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