Marc Chagall

23. März – 30. Juni 1991

Marc Chagall – ein Name, der Erinnerungen an farbige Visionen, an Legenden und Träume und eine Fülle an poetischen Bildern weckt, die sicher jeder engeren stilistischen Einordnung entziehen. Chagall ist zweifellos einer der eigenartigsten und zugleich bedeutendsten europäischen Maler. Russische Folklore wie die religiöse Intensität eines zugleich fröhlichen wie lebensbejahenden chassidischen Ostjudentums gehören zu den Quellen einer ausdrucksstarken Kunst, die sich mit den großen europäischen Stilrichtungen nach 1900 berührte, ohne ihre Eigenart jemals aufzugeben.

1. Retrospektive nach Chagalls Tod

Die Ausstellung in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München war die erste deutsche Retrospektive des malerischen Werkes (unter Einschluss einiger Tapisserien) nach dem Tode des Künstlers 1985. Mehr als hundert Gemälde und Gouachen aus internationalem Museums- und Privatbesitz, darunter zahlreiche seiner bekanntesten, ermöglichten dem Betrachter einen Überblick über die künstlerische Entwicklung Marc Chagalls von seiner Lehrzeit in St. Petersburg bis zu den großen Werken der Spätzeit.