Keith Haring

Gegen den Strich

1. Mai – 30. August 2015

Wenn man nach der großen Haring-Ausstellung in der Kunsthalle auf die Theatinerstraße tritt, fühlt man sich kurz wie ein Teenager. … Haring wird rehabilitiert als politischer Künstler und kunsthistorischer Visionär. … Die Schau ist ein Coup.
Süddeutsche Zeitung

Keith Haring (1958–1990) hatte es sich im New York der konservativen Reagan-Ära zum Ziel gesetzt, mit seiner Kunst auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen. Er bezog klare Stellung gegen den kapitalistischen Exzess und engagierte sich für nukleare Abrüstung, Umweltschutz und die Gleichberechtigung des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Sexualität. Auf diesem in Ausstellungen bisher wenig thematisierten politischen und sozialkritischen Aspekt von Harings Lebenswerk lag der Fokus dieser Retrospektive.

Haring als Künstler und Aktivist

Erstmals seit 15 Jahren in Deutschland und zum allerersten Mal in München zeigte die Kunsthalle eine Einzelausstellung über Keith Haring. Mehr als 160 Kunstwerke zeugten von der Vielfalt seines Schaffens: von seinen frühen Zeichnungen und Gemälden, den New Yorker Subway-Zeichnungen, gigantischen Leinwänden und Kunststoffplanen über bemalte alltägliche Gebrauchsgegenstände bis hin zu Skulpturen aus Holz und Metall. Dokumentarisches Material vervollständigte das Bild des Künstlers und Aktivisten. Die Exponate stammten aus amerikanischen und europäischen Museums- und Privatsammlungen – einige waren zum ersten Mal seit Harings Tod zu sehen.

Internationale Anerkennung

Als Keith Haring mit 31 Jahren – nach einer Schaffenszeit von gerade mal einem Jahrzehnt – an den Folgen von Aids starb, hatte er nicht nur für seine Kunst, sondern auch für sein politisches Engagement international Anerkennung erlangt: Er sprach offen über seine HIV-Infektion und leistete so einen wichtigen Beitrag zur Enttabuisierung der Krankheit. Der Künstler gründete 1989 die Keith Haring Foundation, deren beiden Hauptziele bis heute sind, unterprivilegierten Kindern Ausbildungschancen zu bieten und ein vorurteilsfreies Bewusstsein gegenüber HIV und Aids zu schaffen. Der Einfluss auf seine eigene Generation kann kaum überschätzt werden.

Wenn Harings Schaffensphase auch kurz war, sein Ideal einer politisch engagierten Kunst lebt weiter, und die Wirkung seiner plakativen Bildsprache ist ungebrochen.

Die Ausstellung wird vom 17.9.2015 bis 8.2.2016 in der Kunsthal Rotterdam gezeigt.