Jean Tinguely

27. September 1985 – 6. Januar 1986

Nicht-»statisch« 

Mit Jean Tinguely stellte die Kunsthalle einen der wichtigsten und populärsten Vertreter einer künstlerischen Entwicklung der Moderne vor, die auf eine Erweiterung des traditionellen Kunstbegriffs abzielte: An die Stelle der klassischen »statischen« Gattungen Malerei und Plastik traten Experimente mit beweglichen Objekten und kunstfremden Materialien. Jean Tinguelys Maschinen-Plastiken, von Motoren angetrieben, begrüßten den Besucher mit dissonantem Lärm, mit Quietschen, Rattern, Rasseln, Pfeifen, Ächzen… Sie sind aus Gerümpel, Blech und ausgedienten Maschinenteilen, Abfallprodukten unserer modernen Industriegesellschaft, angefertigt, kombiniert hin und wieder mit eher nostalgisch anmutenden Attributen vom Trödel. Spielerisch ironisieren sie jeden übertriebenen Perfektionismus und das Konsumverhalten unserer Überflussgesellschaft.

extra konzipiert

Die Ausstellung zeigte überwiegend neue Arbeiten des Künstlers, die speziell für diesen Anlass und auf die Raumsituation hin konzipiert wurden, ergänzt durch einige ältere Objekte und zahlreiche Zeichnungen, die Tinguelys konsequente Entwicklung wie auch seine Aktualität verdeutlichten.