Fotografie und Malerei im 19. Jahrhundert

Eine neue Kunst? Eine andere Natur!

1. Mai – 18. Juli 2004

Das neue Hilfsmittel

Wie kein anderes Medium, hat die Fotografie die künstlerische Wahrnehmung im 19. Jahrhundert beeinflusst und damit grundlegende Veränderungen in der bildenden Kunst bewirkt. Ungeachtet der Vorurteile, die der Fotografie zunächst anhafteten, wurde sie als Vorlagenstudie und Modellersatz für Architekten, Maler, Bildhauer oder Zeichner dennoch schnell zu einem unentbehrlichen Hilfsmittel. Zugleich diente sie der präzisen Naturbeobachtung und als eine Art Korrektiv der menschlichen Wahrnehmung bei der Wiedergabe von Licht und Perspektive.

Von der imitation zu eigenen Sujet

Imitierten die ersten Fotografien gleichsam noch die Sujets der Malerei, so öffnete dieses neue Medium gleichzeitig eine neue Sehweise, die sich unmittelbar in der bildenden Kunst niederschlug. Dieser spannenden Wechselbeziehung widmete sich erstmals seit 25 Jahren wieder eine Ausstellung im deutschsprachigen Raum. Dr. Ulrich Pohlmann, Leiter des Fotomuseums im Münchner Stadtmuseum, kuratierte dieses Projekt. Anhand der verschiedenen Sujets, von der Landschaft über Porträt und Akt bis hin zur Bewegungsstudie, machten ca. 260 Fotografien sowie 40 Gemälde und Zeichnungen den Dialog zwischen Fotografie und Malerei nachvollziehbar. Gleichzeitig wurde an den ausgewählten Beispielen aus der Pionierzeit der Fotografie von 1840 bis 1890 deutlich, wie sich innerhalb von nur 50 Jahren eine eigenständige Bildwelt und Ästhetik in allen Genres entwickeln konnte. Der Katalog zur Ausstellung erschien im Verlag Schirmer/Mosel, München.