Dix/Beckmann

Mythos Welt

11. April – 10. August 2014

Video: »Dix/Beckmann. Mythos Welt«

Zwei Giganten der Moderne

Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung zeigte mit dieser Ausstellung erstmals eine Gegenüberstellung von Max Beckmann (1884–1950) und Otto Dix (1891–1969), zwei der bedeutendsten deutschen Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihre Werke prägten maßgeblich das kulturelle Leben der Weimarer Republik (1919–1933), wurden dann von den Nationalsozialisten jedoch als »entartet« erklärt, was die Existenz der Künstler bedrohte. Über 180 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken aus wichtigen Museen und Privatsammlungen, unter anderem aus Amsterdam, Berlin, London, New York und Washington, veranschaulichten die künstlerische Entwicklung und Bandbreite dieser beiden Maler.

Auseinandersetzungen mit der Wirklichkeit

Für Dix und Beckmann war der Erste Weltkrieg ein Initialerlebnis, das ihr Leben und Werk markant veränderte. Von hier aus entwickelten sie ihren jeweils unverkennbaren Stil. Bewusst entschieden sie sich gegen Expressionismus und Abstraktion und für eine Auseinandersetzung mit der erlebten, erschütternden Wirklichkeit – Otto Dix, indem er sich auf die Schattenseiten der zeitgenössischen Gesellschaft konzentrierte; Max Beckmann, indem er sich auf die Suche nach dem Unsichtbaren hinter dem Sichtbaren machte. Trotz unterschiedlicher Wege zielten beide auf denselben Moment: Wenn das Gewohnte plötzlich fremd und die Welt zum Mythos wird.

Schon früh wurde den beiden Künstlern in München Beachtung geschenkt. 1923 richtete die Galerie Thannhauser eine Ausstellung mit Werken von Max Beckmann, 1926 eine Ausstellung mit Werken von Otto Dix aus. Es ist nicht bekannt, ob sich die beiden Künstler jemals persönlich begegnet sind, jedoch verkehrten sie in denselben Kreisen, stellten bei denselben Kunsthändlern aus und hatten zum Teil sogar dieselben Modelle. Obwohl Dix und Beckmann längst als die beiden größten deutschen Künstler ihrer Generation gelten, wurde ihre Kunst noch nie so gezielt in einen Dialog gestellt.

Ein vergleich

Die Ausstellung eröffnete einen spannenden Parcours von den Anfängen bis zu den Spätwerken der ungleichen Malerpersönlichkeiten. Dabei wurde deutlich, wie stark beide von den Extremen ihres Zeitalters geprägt worden sind. Das hautnahe Erleben des Kriegs spiegelt sich vor allem im grafischen Werk wider, die erfahrenen Schrecken bleiben aber auch in den von Kriegsversehrten und Prostituierten bevölkerten Bildern des Nachkriegsdeutschlands greifbar. Auf ebenso eindringliche Weise zeigen Dix und Beckmann die Menschen ihres privaten sowie beruflichen Umfelds, darunter Berühmtheiten des kulturellen Lebens, wie den von Dix portraitierten Schauspieler Heinrich George. Auch religiöse Themen kehren in ihrem Œuvre beständig wieder. Ein frühes Beispiel ist Beckmanns berühmte »Kreuzabnahme« (MoMA). Dieses Werk zeigt zudem die Auseinandersetzung mit der Kunst vorangegangener Epochen, die auch in Dix‘ Œuvre eine wichtige Rolle spielt. In elf thematisch gegliederten Räumen der Kunsthalle wurden für den Besucher sowohl Übereinstimmungen als auch Unterschiede der beiden Maler offengelegt.

Das Ausstellungskonzept stammte von Ulrike Lorenz und wurde zusammen mit Beatrice von Bormann erarbeitet. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Kunsthalle Mannheim.

Fotostrecke oben: Impressionen aus der Ausstellung »Dix/Beckmann: Mythos Welt« in der Kunsthalle München. Abgebildete Fotos zeigen Kunstwerke von Otto Dix und Max Beckmann: © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Weitere Informationen Erhalten Sie im Faltblatt Dix/Beckmann.