DADA

Eine internationale Bewegung 1916–1925

4. September – 7. November 1993

Dada ist keine Gruppe, sondern vielmehr eine Geisteshaltung mit dem revolutionären Ziel, bürgerliche Konventionen anzuprangern. Die internationale Bewegung, die beinahe gleichzeitig an verschiedenen Orten auftrat, fand ihren ersten Mittelpunkt in dem 1916 in Zürich gegründeten Cabaret Voltaire.

Ziel: Die Verneinung

Die Dadaisten reagierten in aller Radikalität auf die Krise der westlichen Kultur, die im Ersten Weltkrieg ihren tragischen Ausdruck fand. Auch wenn der Dadaismus nie eine Ideologie der Negation entwickelt, ist sein Ziel die Verneinung. Anarchie und Nihilismus bedeutet für Dada entschiedene Ablehnung jeglichen ästhetischen Systems.

Genreübergreifend

Die dadaistische Bewegung wurde nicht nur in der bildenden Kunst wirksam: Literatur, Dichtung, Theater und Kabarett, Philosophie und Lebenskunst sind Teile einer umfassenden Neuformulierung, die vor keinen Fragen zurückschreckt: Zur Kunst gehört auch das Hässliche, in Dichtung und Theater wird der Nonsens mit einbezogen, Musik gerät zum bloßen Geräusch. Dada schließt nicht zuletzt auch technisches Experimentieren mit ein: Die Techniken, derer sich die Dadaisten bedienten, beruhen alle auf spontaner Eingebung: Dies gilt beispielsweise für die Collagen Max Ernsts, die später durch die Frottage ergänzt wurden, oder die Ready-mades Duchamps.

Dada als globales Phänomen

Die Ausstellung in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung folgte der Idee, Dada als globales Phänomen zu erfassen und seine zentrenübergreifenden Aspekte zu veranschaulichen. Wenn München nach 1914 auch nicht mehr Schauplatz der internationalen Avantgarde war, so stand die Stadt doch in der Beziehung zu Dada: Wichtige Namen für die Münchner Dada-Szene sind die »Dada-Präsidenten« Hans Richter und Alfred Vagts sowie Hans Goltz mit seiner Galerie »Neue Kunst« und der von ihm editierten Zeitschrift »Der Arat«. Zudem hielten sich in der Zeit kurz vor dem dadaistischen Eklat Hugo Ball, Emmy Hennings und Hans Leybold in München auf. Hugo Ball gehörte zu den Gründern des Cabaret in Zürich und war gleichenorts Mitintendant der »Galerie Dada«.

Dokumente aus Dada-Zentren

Die Ausstellung vereinigte die sich in der Sammlung des Kunsthauses Zürich befindlichen Werke und Dokumente aus den Dada-Zentren Zürich, New York, Berlin, Paris, Köln und Hannover, ergänzt durch Leihgaben anderer Museen. In der Ausstellung ertönte die Ursonate von Kurz Schwitters in der Inzenierung von Arnulf Appel und Eric Erfurth. Ingesamt wurden 150 Gemälde, Reliefs, Zeichnungen und Collagen von Künstlern wie Marcel Duchamps, Man Ray, Baargeld ,Baader, Grosz, Hausmann, Höch, Picabia, Ribemont-Dessaigne, Max Ernst, Arp und Schwitters ausgewählt.