Christian Rohlfs

22. März – 16. Juni 1996

Zeitlose Schönheit

Christian Rohlfs (1849–1938) ist der »Nestor« der Modernen Malerei in Deutschland. Neben Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff und Nolde gehört Rohlfs zu den bedeutendsten Vertretern des Expressionismus. Was seine Malerei vor allem auszeichnet, ist der elementare Ausdruck einer tiefbesinnlichen, aber immer daseinsfrohen Menschlichkeit. Noch im hohen Alter von nahezu 90 Jahren schuf er zahlreiche Landschaften und Blumenbilder von zeitloser Schönheit.

Ein langer Weg

Die Retrospektive überspannte mit rund 90 Gemälden und 60 Wassertempera-Blättern aus über 50 deutschen Museen und privaten Sammungen Rohlfs gesamte künstlerische Entwicklung. Jedes Jahrzehnt eines ungewöhnlich langen künstlerischen Weges wurde durch exemplarische Beispiele der jeweiligen Schaffensperiode dokumentiert. Beginnend bei den frühen Weimarer Akademiearbeiten über die Landschaften der achtziger und neunziger Jahre, in denen sich der Künstler als einer der bedeutendsten deutschen Landschaftsmaler erwies, bis zur Begegnung mit der zeitgenössischen internationalen Kunst nach 1900 im Folkwang-Museum Hagen, die einen tiefen Wandel in seinem Werk auslöste. Der »moderne« Rohlfs nach 1900 wurde durch die wichtigsten Arbeiten der Soester Periode sowie der seines Aufenthaltes im bayerischen Voralpenland repräsentiert, die ihn nun in Übereinstimmung mit den aktuellen Entwicklungen zeigten und seinen späten Ruhm begründeten. Das eigentliche, zwischen dem 70. und 80. Lebensjahr entstandene Spätwerk, das vielen Freunden seiner Kunst als anspruchsvollster und zugleich malerisch vollkommenster Zeitabschnitt galt, bildete mit kraftvollen und farbstarken Werken den krönenden Abschluss dieser Retrospektive.