Amerika – Europa

Sammlung Sonnabend

5. Juli – 8. September 1996

Kunst nach 1950

Die Ausstellung der Sammlung Ileana und Michael Sonnabend umfasste mit Hauptwerken zentrale Positionen der amerikanischen und europäischen Kunst nach 1950, ausgehend von Jasper Johns und Robert Rauschenberg bis hin zu dem Schweizer Künstlerduo Fischli/Weiss. Die Sammlung entstand parallel zu der Galerietätigkeit des Ehepaares in Paris, Genf und in New York.

Die Anfänge der Sammlung

Ileana, Tochter einer begüterten rumänischen Familie, war in erster Ehe mit Leo Castelli verheiratet, mit dem sie gemeinsam bereits durch die Entdeckung und/oder das Engagement für Künstler wie Jasper Johns, Robert Rauschenberg, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Jim Dine und Andy Warhol entschieden zur Durchsetzung der damals jungen amerikanischen Kunst beitrug. 

Dialog zwischen der amerikanischen und europäischen Kunstszene

Nach der Trennung von Leo Castelli – auch heute arbeiten beide freundschaftlich auf zwei Etagen eines Galeriegebäudes neben- und miteinander – führte sie mit ihrem zweiten Mann Michael Sonnabend mit sicherem Qualitätsgespür das Begonnene fort, erweiterte es jedoch zugleich grundlegend. Die ebenso kultivierten wie für die Anerkennung der amerikanischen Avantgarde engagierten Galeristen begannen mit ihrer 1962 in Paris eröffneten Galerie einen zunächst äußerst kontrovers diskutierten, langfristig jedoch fruchtbaren Dialog zwischen der amerikanischen und europäischen Kunstszene. 

Gerade hierin liegt auch – neben der wegweisenden Arbeit mit den neuen künstlerischen Medien Foto und Video – die eigentliche Bedeutung von Ileana und Michael Sonnabend für die zeitgenössische Kunst, eine Bedeutung, die sich in ihrer Privatsammlung spiegelt. 

Wechselseitige Reaktionen

Der 79 Werke umfassende Querschnitt enthielt nicht nur Beispiele der genannten amerikanischen Klassiker der Pop Art, sondern konfrontierte diese mit den eher konzeptionell arbeitenden Künstlern der europäischen Arte Povera um Jannis Kounellis und Mario Merz. Auf diese wiederum reagierten die Amerikaner Dan Flavin, Robert Morris und Bruce Nauman, die den idealistischen Ansatz der Europäer mit einer nüchternen Bestandsaufnahme konterkarierten. In der jüngeren Generation verwischten sich zunehmend die nationalen Grenzen, wie dies etwa die Arbeiten von Jeff Koons, Gilbert & George, Ashley Bickerton und Fischli/Weiss zeigten. 

Um die Vielfalt der Sammlung angemessen zeigen zu können, wurde die Ausstellung in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung und der Staatsgalerie moderner Kunst gemeinsam gezeigt. 

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